Gewebe-Transplantate

An gesunden Zähnen liegt das Zahnfleisch straff an der Zahnoberfläche an und schirmt die Zahnwurzel und den Knochen gegen Beläge oder Bakterien ab. Es können in diesem Gebiet vor allem zwei Erkrankungen auftreten, die meist sehr langsam verlaufen, aber auf Dauer doch behandelt werden sollten.

Ablösen des Zahnfleischs vom Kieferknochen durch die Krafteinwirkung von Muskel-
oder Sehnenbändern:

Dadurch wird das ansonsten fest auf dem Kieferknochen aufliegende Zahnfleisch locker und schirmt die Zahnwurzel nicht mehr ganz ab. Als Folge können Beläge und Bakterien zwischen Zahnwurzel und Zahnfleisch eindringen – es entsteht Karies. Außerdem ist der Zahn nicht mehr fest verankert – er wird mit der Zeit ebenfalls locker.


Gleichzeitiger Rückgang von Zahnfleisch und Kieferknochen:

Dadurch liegen die Zahnhälse frei und werden oft kälte- oder berührungsempfindlich. Gleichzeitig erscheint der Zahn länger und wird lockerer.
Im Bild links sehen Sie einen freiliegenden Zahnhals am Oberkiefer-Eckzahn.






Diese Erkrankungen können verursacht sein durch falsches "schrubbendes" Putzen des Zahnfleischs und der Zähne, aber auch durch Knirschen, kieferorthopädische Behandlungen, Biss-Fehlstellungen oder Parodontose.


Als Therapie stehen 2 verschiedene operative Behandlungsmethoden zur Verfügung:

1. Verschiebung des Gewebes über den Zahnhals hinaus durch eine Zahnfleischplastik. Der neue Verbund zwischen der Zahnoberfläche und dem Gewebe wird dabei mit einem Schmelzmatrixprotein ( Emdogain ) erreicht, das während der Operation aufgetragen wird. Es kommt dabei zu einer festen Anlagerung des Gewebes an den Zahn. Der Vortei dieser Methode ist, dass nur ein Wundgebiet entsteht und die Verheilung komplikationslos ist.

2. Transplantaion ( Verpflanzung ) von Gewebe aus dem Gaumern an die gewünschte Stelle am Zahnhals. Bei dieser Operationsmethode kann man auf fremde Materialien verzichten. Gleichzeitig wird ein dickeres und stärkeres Gewebestück auf der Zahnhalsoberfläche plaziert. Das gesunde Zahnfleisch wird dabei vom Oberkiefer-Gaumen entnommen, da dieses Gewebe sehr hart und stabil ist. Die Wunde regeneriert vollständig und verheilt ohne Narbenbildung.

Das Gaumen-Gewebe stellt zudem ein dauerhaftes Reservoir dar, aus dem immer wieder – sofern nötig – neues Ersatzgewebe entnommen werden kann. Wenn ein Stück des Gewebes am Gaumen entfernt ist, wird es an die Stelle des
erkrankten Zahnfleischs aufgelegt (transplantiert) und mit einigen Nähten fixiert. Das verpflanzte gesunde Gewebe wächst am erkrankten Zahnfleisch und Kieferknochen an, so dass der krankhafte Abbau-Prozess gestoppt werden kann.

Links sehen Sie den Oberkiefer-Eckzahn vom Bild oben eine Woche nach der Gewebe-Transplantation.
Das Bild rechts zeigt das Ergebnis nach vier Wochen.

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Rückgang des befestigten Zahnfleisches oder einstrahlende Muskelbänder:

Diese Erkrankung ist sehr häufig  und verläuft meistens ganz beschwerdefrei oder schmerzfrei. Das Zahnfleisch ist  nicht mehr in der Lage den Zahn und die Zahnwurzel richtig abzudichten und liegt daher und sehr locker oder weich an.

Zudem verursachen anliegende Muskelbänder oder Lippenbändchen einen Zug auf das Zahnfleisch.  Es können dadurch beim Essen Beläge oder Plaque leicht zwischen Zahnwurzel und Zahnfleisch eingelagert und richtig einmassiert werden. Die Folgen sind Karies oder Paradontose. 

Mit dem Durchtrennen der Muskelbändchen und dem Verdrängen der weichen Schleimhaut in einem mikrochirurgischen Eingriff wird die Ursache der Erkrankung beseitigt.  Anschließend wird die freigelegte Stelle mir einem freien Schleimhauttransplantat abgedeckt. Hierfür wird ein kleines, etwa 1 mm dickes Stück Gewebe am Gaumen entnommen und auf der Wundfläche mit Nähten fixiert. Da es sich um ein autologes, also körpereigenes, Gewebstransplantat handelt kann man einen fast 100 % igen Heilungserfolg erzielen.

      ( nach 1 Woche)

  ( nach 1 Jahr)

Im Beispiel sieht man noch die kleinere Zahnfleischverfärbung   und die stabile Gewebsabdeckung am 1. Backenzahn.



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